Meine Fraktur

Ungeduldig stehe ich in der Kammer der Drehtür. Vor mir hat ein Junge gegen das Glas gedrückt und das Gebilde zum Stillstand gebracht. Teilnahmslos beobachte ich, wie die aufgebrachte Mutter das Kind an der Kapuze nach hinten zieht und irgendetwas zischt. Naja, auf die paar Sekunden kam es jetzt auch nicht an. Als es weiter geht, schiebe ich mich durch den wachsenden Spalt in ein helles Foyer. Runde Natriumdampflampen spiegeln sich in dem blanken Fußboden und ich muss etwas blinzeln. Diesen Tag hatte ich mir wirklich anders vorgestellt.
Ich steuere zielstrebig auf einen breiten Schalter zu. Dahinter sitzt eine ältere Dame, die vermutlich inzwischen lieber in Rente wäre, als sich mit mir zu beschäftigen. Erst als ich sie anspreche, blickt sie mich fragend an.
„Hallo, ähh“, sage ich, „mein linker Arm ist gebrochen. Wohin muss ich denn da?“
Für einige Sekunden schaut mich die Frau nur gedankenverloren an. So als hätte ich ihr ein kompliziertes Rätsel gestellt, über das sie keine Lust hatte nachzudenken. Doch dann deutet sie schließlich auf ein Schild schräg über mir. Unfallchirurgie. Daneben erstrahlt ein Pfeil in Leuchtfarbe.
Ich folge erwartungsvoll dem Pfeil in einen abgeschotteten Bereich neben der Eingangshalle. Hier gibt es einen zweiten Schalter hinter dem eine schmale Frau mit schlohweißen Haaren sitzt. Als ich ihr mein Anliegen vorbringe, mustert sie mich skeptisch.
„Woher wissen Sie denn überhaupt, dass ihr Arm gebrochen ist?“, fragt sie, „waren Sie schon in der Radiologie?“
Ich schüttle den Kopf und halte meinen Arm hoch. Die Hand hängt daran herunter, wie ein nutzloses Stück Fleisch. In einem Winkel, den weder Gott noch die Evolution mal so vorgesehen hatte. Auf der Fahrt hier her hatte ich bei jeder Bodenwelle Angst, der Knochen könnte plötzlich durch die Haut herausstechen. Doch glücklicherweise ist das nicht passiert.
Die Frau zieht die Augenbrauen hoch und wählt eine Nummer. Nachdem sie irgendetwas leises gesagt hat, schaut sie mich besorgt und erstaunt zugleich an. Meinen Arm eher besorgt, mich dafür umso mehr erstaunt.
Als ich ihr meine Karte über den Schalter schiebe, fragt sie: „Haben Sie Puls in der Hand?“
Ich zucke mit den Schultern. Vermutlich wäre ich auch gar nicht fähig, in dem Gewurschtel aus Haut und Knochen irgendeine Ader zu finden. Doch glücklicherweise muss ich das auch gar nicht, denn schon wenige Sekunden später kommen ein Krankenpfleger und ein Arzt herbei geeilt. Im Schlepptau eine Transportliege.
Der Arzt wirft einen abschätzenden Blick auf mein Handgelenk. „Das muss so schnell es geht operiert werden“, sagt er zu dem Pfleger, der mir bedeutet mich auf die Liege zu legen. „Doch um sicher zu gehen, brauchen wir ein Röntgenbild.“
Ich lege mich hin und fühle mich etwas überbemuttert. Laufen konnte ich schließlich noch ganz prächtig. Doch als der Pfleger mich anschiebt, macht das Ganze irgendwie sogar Spaß.
Ich werde in einen kleinen Raum geschoben, wo mir eine Schwester eine Schiene anlegt. Dabei beiße ich die Zähne zusammen, denn das Richten des Handgelenks tut höllisch weh. Mit Tränen in den Augen beobachte ich, wie mir der Pfleger währenddessen einen Zugang legt. Aus einem transparenten Beutel läuft jetzt ein Schmerzmittel in meinen gesunden Arm. Zum Glück bin ich gerade nicht in Mexiko. Oder in Kambodscha.
Nachdem das Analgetikum zu wirken beginnt, darf ich aufstehen und in die Radiologie laufen.
Eine breite Frau empfängt mich. Sie trägt eine Brille mit so dicken Gläsern, als sei sie daran interessiert eine eigene Klimazone vor ihren Augen zu erzeugen. Auf dem Tisch unter dem Röntgenapparat erscheint ein helles Quadrat. Als ich meine Hand darauf lege, reicht mir die Dame noch eine Schürze aus Blei.
„Wieso brauche ich das eigentlich? Die Strahlung ist doch nur in dem Lichtfeld“, frage ich.
Die Frau lächelt gequält. „Das ist, um Ihre Gonaden zu schützen“, sagt sie und schiebt meinen Arm zurecht.
„Oh, was sind denn Gonaden?“, will ich wissen, doch irgendwie konnte ich es mir dann doch denken.
„Das können Sie in Ruhe bei Wikipedia nachlesen“, sagt sie und verlässt den Raum. Ich warte einige Sekunden. Dann ertönt über mir ein Geräusch, als ob eine Glühbirne durchbrennt. Das Bild war wohl schon fertig.
Die Frau kommt noch einmal zurück und ich muss meine Hand jetzt flach auf den Tisch legen. Als auch das zweite Bild fertig ist, verlasse ich mit Herzklopfen den Raum. Gleich werde ich also erfahren, wie kaputt mein Arm wirklich ist.

Die Säge

Zurück in dem kleinen Raum muss ich dieses Mal etwas länger warten. Während ich meine verschmutzten Klamotten gegen eines dieser schicken Krankenhaushemden austausche, beteuert eine Frau im Nebenzimmer immer wieder, wie schlimm ihre Bauchschmerzen sind. Nachdem ich mir dieses Elend eine halbe Stunde angehört habe, taucht endlich ein neuer Arzt auf. Ein kleingewachsener Grieche mit dunklem Teint. Er erklärt mir, mein linker Arm sei unter dem Handgelenk ziemlich zertrümmert. Auf einem Klemmbrett unterschreibe ich meine Einwilligung für eine OP. Dann werde ich von einem Pfleger in einen neuen Raum geschoben, wo ein Anästesist auf uns wartet. Scheinbar kennen die beiden sich schon, denn es wird ein Scherz nach dem anderen gemacht.
„Na, was haben Sie denn angestellt?“, fragt der Arzt grinsend, doch der Pfleger kommt mir zuvor. „Er ist vom Pferd gefallen. Ein echter Reiter. Aber keine Sorge. Der ist harmlos.“
„Hey!“, beschwere ich mich, „ich habe doch noch beide Arme.“ Ich halte demonstrativ meinen rechten Arm in die Höhe.
Der Anästesist muss lachen. „Nein, Herr Elsner, er hat gesagt harmlos, nicht armlos.“
Die beiden verabschieden sich und der Narkosearzt stellt mich seinem Kollegen vor. Die beiden sind ziemlich gut gelaunt und irgendwie bin ich auch ganz euphorisch geworden. Das muss diese Phantomfreude sein, wenn das Gehirn in Ausnahmesituation irgendwelche Stoffe ausschüttet. Die beiden fragen mich, ob ich lieber nur den linken Arm betäubt haben möchte oder eine Vollnarkose. Natürlich wähle ich die lokale Methode.
Es gibt drei große Nerven, die aus der Wirbelsäule, also dem zentralen Nervensystem, den linken Arm mit Gefühl versorgen. Über die Achselhöhle sind alle drei Nerven leicht zu betäuben. Nachdem ich wieder etwas unterschrieben habe, schaltet der Anästesist einen kleinen Monitor ein, auf dem ich das alles live miterleben kann.
„Boah, voll krass“, sage ich, als ich auf dem Ultraschallbild sehe, wie die Nadel die Haut durchstößt. In der Mitte des Monitors ist ein pulsierender, dunkler Fleck zu erkennen. Das ist die Schlagader, die meinen Arm mit Blut versorgt. Drum herum befinden sich drei schwammartige Gebilde. Das sind die Hauptnerven.
„Das fühlt sich jetzt etwas unangenehm an“, sagt der Anästesist und ich sehe, wie die Nadel in den Nerv gestoßen wird. Ich zucke auf der Stelle zusammen. Das fühlt sich an, als ob ein Dutzend Ameisen in meiner Schulter geboren werden, die eifrig den Arm von innen herunterkrabbeln.
„Urrrgghh“, mache ich und der Anästesist gibt seinem Kollegen ein Zeichen. Dieser drückt auf einen Knopf und ein Kubik von dem Betäubungsmittel, wird in den Nerv injiziert. Fast auf der Stelle fühlt sich ein Teil des Armes taub an. Das war der Medianusnerv.
„Boah, ist das gruselig“, sage ich, „ich hoffe ich erinnere mich später noch an all das.“
Der Arzt runzelt die Stirn. „Wieso sollten Sie sich denn nicht mehr erinnern?“
„Naja, das hier ist doch Anästhesie“, sage ich, „da weiß man doch später nichts mehr.“
„Nene“, beteuert der Arzt, „was Sie meinen ist Amnesie“, doch dann versteht er meinen doofen Witz und lächelt höflich.
Die beiden Kollegen rühren mit der Nadel noch eine ganze Weile in meinem Arm herum, bis ich schließlich gar nichts mehr spüre. Nur meine Fingerspitzen kribbeln noch etwas, als ich in den OP geschoben werde.
Hier muss ich von der Transportliege seitlich auf den Operationstisch robben, was mit dem tauben Arm gar nicht so einfach ist. Als das geschafft ist, beobachte ich, wie mir eine junge Frau vier pinke Elektroden auf die Brust klebt. Das kitzelt.
Die beiden Anästhesisten müssen ebenfalls bei mir bleiben, falls mein Arm früher als gedacht wieder zum Leben erwacht. Gelangweilt sitzen sie neben mir und spielen Doodlejump auf ihren Smartphones. Doch irgendwie bin ich froh sie zur seelischen Unterstützung bei mir zu haben.
Ich frage nach, ob ich bei der Operation zusehen dürfte, doch leider geht das nicht. Enttäuscht schaue ich der Schwester dabei zu, wie sie einen cyanfarbenen Vorhang zwischen mir und meinem Arm installiert.
„Das muss alles schön steril bleiben“, sagt sie und wuselt beflissen um mich herum.
Nachdem sowohl die Schwester, als auch ein anderer Krankenpfleger noch eine Weile gewuselt sind, taucht schließlich ein junger Mann hinter mir auf. Von seinem Gesicht kann ich kaum etwas erkennen, denn ein großer Mundschutz ist ihm bis unter die Augen gezogen.
„Guten Tag Herr Elsner“, sagt er und setzt sich hinter den Vorhang, „eine distale Radiusfraktur. Wie ist das denn passiert?“
Ich erzähle ihm von meinem Unfall und wie mein Pferd ohne Vorwarnung einfach durchgegangen ist. Währenddessen spüre ich in meiner Schulter, wie mein Arm in eine andere Position gezerrt wird. Vielleicht war es doch besser nicht dabei zusehen zu dürfen, wie der Typ gleich ein Skalpell nahm und mein Fleisch bis zum Knochen aufschlitzte.
„Wie schlimm ist mein Knochen denn gebrochen?“, frage ich. Der Arzt schaut kurz über den Vorhang auf mich herab.
„Ist schon ganz schön zertrümmert alles, aber das bekomme ich schon wieder hin“, sagt er zuversichtlich.
Und als wir noch etwas Smalltalk gemacht haben, schneidet er meinen Unterarm zu etwa einem Viertel auf. Währenddessen stelle ich eine Frage nach der anderen, die entweder der Anästhesist oder der Arzt selbst beantwortet.
„Wie sieht der Bruch denn so aus“, frage ich zum Beispiel, als der Schnitt vollendet ist, „kann ich mir das so vorstellen, wie wenn man einen Bleistift in der Mitte durchbricht?“
Der Arzt muss lachen. „Ja, so ungefähr“, sagt er, „aber in Ihrem Fall wäre über den Bleistift dann noch ein LKW immer wieder vor und zurück gefahren.“
Der zweite Anästhesist schaut jetzt erstaunt von seinem Smartphone hoch. „Hey, machen Sie unserem Patienten doch keine Angst.“
Doch der Arzt feixt nur weiter. „Ja, aber wenn es doch nun mal genauso ist!“, sagt er und winkt der Krankenschwester zu, „ich brauche jetzt etwas Musik.“
Die junge Frau eilt zu einem kleinen Radio in der Ecke und schaltet es ein. Ein leises Gedudel beginnt und der Chirurg gibt mir zu verstehen, ich sollte ihn ab jetzt nicht mehr ablenken.
Und weil mir etwas kalt geworden ist, deponiert einer der Anästhesisten unter meiner Decke einen kleinen Schlauch aus dem warme Luft um meine Beine strömt.
„Sowas hätte ich auch gerne zu Hause“, sage ich, doch die Schwester bringt mich mit einer strengen Handbewegung zum Schweigen. Durch die wohlige Wärme unter der Decke falle ich schnell in eine Art Trance. Man mag es mir vielleicht nicht glauben, doch fast genieße ich die Operation. Ziemlich lange merke ich, wie der Chirurg immer wieder an meiner Schulter zerrt und drückt, doch wird der schon wissen, was er tut. Etwa jede Minute, gibt er Anweisung ein neues Röntgenbild zu machen. Dadurch kann der Eingriff minimal-invasiv durchgeführt werden. Die einzelnen Fotos kann ich sogar auf einem Monitor über mir sehen, doch interessieren die mich kaum. Immer schläfriger werde ich und höre nur noch leise, wie der Arzt etwas von einer Arthrexplatte sagt.
Ich werde erst dann wieder wacher, als neben mir ein Geräusch wie von einem Akkuschrauber ertönt. Schraubte der Kerl gerade ernsthaft in meinem Knochen herum? Doch was mich noch skeptischer macht ist ein anderes Geräusch. Ein Geräusch, wie von einer Säge und weil mein Schultergelenk dabei immer hin und her gedrückt wird, fühlt es sich so an, als würde der Chirurg tatsächlich an meinem Arm  herumsägen. Ich stelle mir vor, wie er plötzlich abrutscht.
„Oh nein, jetzt hab‘ ich’s aber verbaselt“, sagt er in meinem Geist und hält erschrocken meinen Unterarm in der Hand. Als die Schwester die abgetrennte Extremität sieht, schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen und fängt an kreischend durch den Operationssaal zu stürmen. Das Smartphone des Anästhesisten fliegt durch den halben Raum, denn auch dieser ist wie eine Rakete an die Decke gegangen.
„Oh nein, Herr Elsner, es tut mir so leid!“, sagt der Arzt und fuchtelt wild mit meinem Arm vor mir herum. Eine rote Flüssigkeit benetzt mein Gesicht und spritzt in großen Mengen über Bettdecke und Boden. Große dickflüssige Tropfen besudeln den Apparat neben mir. Erschrocken springe ich von dem OP-Tisch. In pulsierenden Stößen quillt das Blut aus meinem linken Oberarm.
„Ich habe diesen Arm geliebt!“, rufe ich und stürze rücklings über einen Edelstahlhocker. Die Elektroden werden mir von der Brust gerissen und Plexiglassplitter prasseln auf mich herab.
„Vorsicht!“, schreie ich, und jetzt greift mein loser Arm die ganze Mannschaft an, „Herr Elsner?“, er fliegt wie wild durch die Luft, greift die Schwester am Zopf und schleudert sie umher –
„HERR ELSNER?“
Ich schrecke auf. „Ja, wie bitte?“
„Ich bin fertig“, sagt der Chirurg und nickt mir freundlich zu, „wir formen Ihnen noch eine Gipsschiene und dann dürfen Sie auf Ihr Zimmer.“
Verwirrt starre ich ihn an. „Ach ja, ähh danke. Dann hat also alles gut geklappt?“
„Alles bestens“, sagt er und will sich verabschieden.
„Moment“, sage ich, „haben Sie eigentlich während der Operation an meinem Knochen gesägt?“
Der Arzt schaut mich erstaunt an. „Nein, nur eine Titanplatte mit sieben Schrauben darauf angebracht“.
Dann verlässt er den OP.

Die Hose

Als mich die Schwester in mein Zimmer fährt, lerne ich Herrn Schwarz kennen. Ein dürrer Greis, der in meinen Augen so aussieht, als hätte er die französische Revolution noch mitbekommen. Sein Gesicht ist überzogen von Altersflecken und bewegen kann er sich kaum noch. Trotzdem lächelt er mir freundlich zu, als ich in das abgedunkelte Zimmer geschoben werde. Ich stelle mich kurz vor und schaue der hübschen Schwester hinterher, die einem Ruf ihrer Kollegin folgend, das Zimmer verlässt.
Mein linker Arm ist in einen schweren Verband mit Gipsschiene verpackt und wird noch bis in die frühen Morgenstunden taub bleiben. Gefühllos, als sei er eine Münchener Weißwurst muss ich ihn vor mir hertragen und das macht es wirklich kompliziert mich gemütlich in das Bett zu legen. Schließlich habe ich keine Hand frei um mich zuzudecken.
„Ich bin jetzt schon sechundfuffzig Jahre alt!“, sagt Herr Schwarz stolz und schaut mich mit zittrigen Lippen an. Ich nicke zustimmend, obwohl sein Lebensstil schon sehr ausschweifend gewesen sein muss, wenn das wirklich stimmen sollte. Ich unterhalte mich etwas mit ihm, doch währenddessen merke ich das immer dringendere Bedürfnis aufs Klo zu gehen.
Ich wurschtel mich etwas ungeschickt durch das Bettzeug und laufe dann vorsichtig in das kleine Badezimmer neben der Tür. Meinen linken Arm trage ich unbeholfen vor mir her und versuche nicht über die Drainage zu stolpern, die über einen Schlauch in meinem Gips mündet. Doch vor der Toilette stellt sich mir ein komplexes Rätsel. Wie sollte ich mir ohne Hände die Hose herunterziehen?
Doch mein Schultergelenk konnte ich schließlich noch bewegen. Vielleicht war es möglich meinen Gips für einige Sekunden loszulassen, wenn ich meinen Oberarm so hoch ich konnte in die Lüfte empor hob? Mit aller Kraft schiebe ich meine linke Schulter so weit ich kann nach oben und will mir blitzschnell mit der rechten Hand die Hose herunterziehen. Doch plötzlich neigt sich mein kraftloser Ellenbogen und der Gips kommt mir entgegen. Meine rechte Hand schnellt in die Höhe, doch zu spät. Mit voller Wucht prallt die Schiene gegen meine Stirn. Ich gebe einen erstickten Laut von mir und fluche verärgert. Ich konnte mir einfach nicht leisten den Arm loszulassen.
Nachdem der Schmerz in meinem Kopf nachgelassen hat, mache ich eine schwenkende Bewegung mit meiner Hüfte, ähnlich dem ersten Grundschritt im Bachata, und versuche mir die Hose auf diese Weise abzustreifen. Doch sitzt diese viel zu stramm. Mist! Wieso hatte ich heute morgen nicht die viel zu große Unterbüchse aus dem Walmart angezogen? Die fiel schon fast von mir ab, wenn ich nur ungünstig stand.
Doch da kommt mir plötzlich eine zündende Idee. Ich gehe etwas in die Knie und laufe rückwärts gegen die gekachelte Wand des Bades. Hier drücke ich meinen Hintern so fest es geht gegen die Fliesen und schiebe mich an der Wand wieder nach oben. Doch der Stoff der Hose verpurchelt sich nur etwas ohne das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Nach einigen weiteren Versuchen, setze ich mich schließlich auf den kalten Boden und versuche die Hose mit dem linken Zeh auf dem Boden zu fixieren. Dann stehe ich erwartungsvoll auf, doch flutscht der Stoff sofort aus dem Spalt zwischen Zeh und Boden heraus.
Frustriert schaue ich auf meinen Gips hinab. Vor wenigen Stunden stand ich noch voll im Saft und jetzt war ich nicht mal in der Lage mir die eigene Hose auszuziehen. Ich denke darüber nach, einfach unverrichteter Dinge zurück in mein Bett zu schlüpfen. Aber damit verschob sich mein Problem lediglich in die Zukunft, denn wer konnte schon wissen, wann ich wieder genug Gefühl in meinem Arm hatte um ihn eigenständig über der Brust zu halten? Wenn ich bis dahin einhalten musste, machte ich vermutlich ins Bett.
Nachdem ich noch eine Weile gegrübelt habe, komme ich zu der erschreckenden, ja sogar grausamen Erkenntnis, dass ich keine andere Wahl hatte, als eine Schwester um Hilfe zu bitten. Die taten schließlich ständig solche Dinge, und würden mir bestimmt tatkräftig zur Seite stehen.
Doch wie formulierte ich so ein Anliegen?
Ich stelle mir vor, wie ich über den Flur ins Schwesternzimmer laufe und meinen Kopf durch die Tür strecke.
„Ähh, Guten Abend. Können Sie mir vielleicht meine Hose herunterziehen?“
Aber nein! Das klang merkwürdig. Fast so, als wollte ich die Schwester anbaggern. Vielleicht sollte ich es doch lieber seriöser formulieren.
„Sehr geehrte Schwester, könnten Sie mir beim Wasserlassen behilflich sein?“
Nein! Das klang viel zu sehr nach alter Oma. Da machte ich eher ins Bett, als auf so dämliche Weise zu fragen.
Ich denke noch eine Weile über meine vertrackte Situation nach und habe mir gerade eine ausgefuchste Formulierung überlegt, als ich an der Wand etwas sehe. Strahlend und erhaben lächelt mich ein Heizkörper an. Genau in der richtigen Höhe.
Begeistert laufe ich darauf zu und deponiere meinen tauben Arm auf dem warmen Metall. Und indem ich mit der Brust dagegen drücke, bleibt er tatsächlich auf der Heizung liegen, als ich ihn los lasse. Endlich habe ich die rechte Hand frei und kann mir meine Hose ausziehen.
Erleichtert und stolz zugleich flutsche ich drei Minuten später zurück in mein Bett. Und habe den Eindruck einen erfolgreichen Tag hinter mir zu haben.

Das Spiel

In der Nacht schlafe ich nicht, sondern versuche etwa jede Stunde besorgt meinen kleinen Finger zu bewegen. Ich kann zwar im Kopf den Impuls dazu geben, doch die Silhouette des Fingers auf der Decke bewegt sich nicht. Am meisten Angst habe ich nämlich nicht vor den Schmerzen, sondern vor irgendwelchen Nervenschäden.
Und um fünf Uhr früh stelle ich erleichtert fest, wie mein Daumen wieder anfängt zu Kribbeln. Scheinbar lies die Wirkung der Narkose langsam nach.
Beruhigt kann ich etwas schlafen, doch schon kurz darauf gellt ein lautes Geräusch durch den Raum. Ein Potpourri aus Klingeln und Vibrieren erfüllt meine Ohren, als wäre ein riesiges Mobiltelefon direkt in meinem Kopf.
„Herr Schwarz, ist das vielleicht ihr Handy?“, frage ich den alten Mann.
Doch der öffnet nur langsam die Augen und schaut verdattert in die Runde.
„Ich bin jetzt schon SECHSUNDACHZIG Jahre alt!“, sagt er zur Begrüßung und lächelt mich zahnlos an.
Ich frage ihn erneut nach dem Telefon, doch schüttelt er energisch mit dem Kopf.
Ungläubig stehe ich auf und versuche das schreckliche Klingeln zu orten. Dass Herr Schwarz es nicht bemerkt hatte, konnte ich mir kaum vorstellen. Doch schnell finde ich ein altes Nokiahandy mit riesigen Tasten auf seinem Nachtschrank.
Doch scheinbar weiß er gar nicht, wie man richtig damit umgeht. Also drücke ich selbst auf die Annahmetaste und halte es ihm ans Ohr. Schlagartig wirkt er doppelt glücklich und beginnt ein begeistertes Gespräch. Und obwohl der Lautsprecher ausgeschaltet ist, kann ich sogar von meinem Bett jedes Wort seines Gegenübers verstehen.
„Das war mein Vater!“, sagt er stolz, als eine mollige Krankenschwester herein kommt und uns zwei Tabletts mit Frühstück bringt.
Die Krankenschwester fragt Herrn Schwarz, wie alt sein Vater denn schon sei und plötzlich ist dieser ganz aufgelöst und neigt seinen Kopf.
„Der Vater is schon lange nimmer“, sagt er niedergeschlagen und versucht die Krankenschwester davon abzuhalten ihm ein Reiterchen Marmeladenbrot in den Mund zu schieben. Irgendwie tat mir Herr Schwarz jetzt richtig leid.
Ich esse selbst mein Frühstück und merke, wie meine Wunde immer mehr zu schmerzen beginnt. Doch darüber freue ich mich, denn viel schlimmer ist das Gefühl der Taubheit (wenn es so etwas überhaupt gibt).
Ich schlucke eine Novalgintablette und übe zwei Stunden meine Finger zu bewegen. Überglücklich über die zurückgewonnene Mobilität rufe ich meinen Vater an. Dass ich im Krankenhaus liege wollte ich bisher noch niemandem erzählen, denn in so unmündigem Zustand wollte ich nun wirklich keinen Besuch.
Nachdem ich noch ein paar WhatsApp-Nachrichten verschickt habe, mache ich mich auf meinen ersten Spaziergang durch das Krankenhaus. Herrn Schwarz alleine im Zimmer zurück zu lassen tut mir irgendwie leid, doch konnte ich ihm schließlich auch kaum helfen.
Beim Herausgehen höre ich ihn noch lauthals mit der Schwester argumentieren.
„Ich will meine eigene Hose!“, sagt er aufgebracht, doch die Schwester beteuert immer wieder, er dürfe das nicht, weil sonst wieder ein kleiner „Unfall“ passiere.

Ziellos laufe ich für eine Weile im Krankenhaus umher. Draußen schüttet es wie aus Eimern, weswegen ich leider keinen ausgedehnteren Spaziergang machen kann. Es ist furchtbar langweilig hier und von meiner Euphorie des Vortages ist nicht mehr viel übrig. Immer wieder fahre ich in Aufzügen hinauf und hinab, laufe durch Kellergewölbe und lande an Orten, die eigentlich nur für das Personal gedacht sind. Zum Beispiel finde ich einen kleinen Fitnessraum, wo alte Tretmühlen stehen, die mich eher an Foltergeräte des Mittelalters erinnern, als an agile Aktivität.

Als ich meinen Arm schließlich wieder vollständig bewegen kann, lande ich in der Psychostation. Einen Ort, wo man erneut zu schätzen lernte, wie wichtig Schuhe mit Klettverschluss auch für Erwachsene waren.
Ich setze mich auf einen Stuhl aus Hartkunststoff und schwenke die Drainage gelangweilt hin und her. Während ich dem kleinen Blutstropfen dabei zusehe, wie er langsam auf die andere Seite sickert, gesellen sich zwei Damen in meine Nähe.
Die eine hat eine bunte Bomberjacke an, obwohl es hier wirklich warm genug ist. Wie ein gewaltiger Heißluftballon erfüllt sie einen Großteil des Platzes zu meiner Linken. Die andere Frau ist sehr dünn. Fast wundere ich mich, wie sie überhaupt noch da sein kann.
Lauthals beginnen die beiden über ihr Sexualleben zu plaudern. Ich bin nicht sicher, ob ich das hören möchte, doch ist es zumindest interessanter als meine Drainage. Nachdem ich eine Weile aufmerksam zugehört habe, sagt die eine: „Also mein erstes Mal hatte ich mit 13.“
Gelassen stehe ich auf und sage im Weggehen: „Also mein erstes Mal war nur mit Einer. Hö!
Stolz auf diesen schlechten Scherz, verlasse ich die Station.

Kurz darauf bringt mir mein Vater einige Sachen auf das Zimmer und hilft mir beim Waschen. Auch meine Zähne kann ich mir endlich wieder putzen, was eine enorme Erleichterung darstellt (ich bin nicht sicher, ob Krankenschwestern einem auch die Zähne putzen, wenn man es selbst nicht kann. Doch da ließ ich mir noch eher die Hose herunterziehen.)
Später liege ich nur noch in meinem Bett herum und höre Drei Fragezeichen. Mein Handgelenk unter dem Gips tut trotz Schmerzmittel ziemlich weh, doch weil ich schnell nach Hause entlassen werden möchte, sage ich davon keinem was. Zu Hause hatte ich zumindest Netflix.
Als ich gerade einen Kumpel anrufen möchte, kommt eine Schwester herein und möchte das Bettzeug von Herrn Schwarz wechseln. Scheinbar hatte der den Kampf am Morgen gewonnen und jetzt wieder seine eigene Hose an.
Skeptisch beginnt die Schwester seine Matratze zu untersuchen. Ihr Blick wird dabei immer vorwurfsvoller.
„Ich glaube da ist ein kleines Malheur passiert“, sagt Herr Schwarz ängstlich, „da ist jetzt alles voller Wasser.“
Die Schwester gräbt noch eine Weile in der Matratze herum und stemmt dann die Hände in die Hüften.
„Nein Herr Schwarz. Das ist kein Wasser“, sagt sie und nimmt einen Katheter aus dem Schrank, den sie aufgebracht vor dem Gesicht des alten Mannes hin und herschwenkt. „Das ist Urin Herr Schwarz, ihr Urin!“
Schuldbewusst schnüffelt dieser etwas in der Luft herum und schaut mich mit großen Augen an. „Wo se Recht hat, da hat se Recht“, jammert er und entschuldigt sich kleinlaut.
Während ich live miterlebe, wie das Bett von meinem Zimmergenossen in seine Einzelteile zerlegt wird, schreibt mir meine Schwester, sie wolle mich besuchen kommen.
Und weil ich mir schließlich frisch die Zähne geputzt habe und mich daher offen für Gäste fühle, taucht Debby kurz darauf in meinem Zimmer auf. Dicht gefolgt von einer anderen Freundin, mit der wir einen Großteil des Nachmittags verbringen. Somit meistere ich auch diesen Tag erfolgreich.

Am nächsten Morgen wird mein Arm geröntgt, und weil alles okay ist und ich meine Schmerzmittel auch nicht mehr genommen habe, darf ich endlich nach Hause gehen. Als ich mich verabschiede, sitzt nur ein einziger Krankenpfleger im Schwesternzimmer.
„Herr Schwarz, kommen Sie bitte noch mal kurz hier her“, ruft er mir nach.
Belustigt drehe ich mich um. „Ich bin David Elsner“
„Oh, entschuldigen Sie“, sagt der Pfleger, „hier sind einfach zu viele Namen für mich.“
Gespielt ziehe ich die Augenbrauen hoch und schaue erstaunt den leeren Gang hinunter. „Ach, da kommt ja der echte Herr Schwarz angerannt. Er hat wohl gehört, wie sie gerufen haben. Ein Wunder ist geschehen!“
Ungläubig streckt der Pfleger seinen Kopf durch die Tür, doch natürlich ist da niemand. Lachend kehrt er zu seinem Stuhl zurück.
„Herr Elsner“, sagt er, „Sie sind doch so ein Programmierer, oder?“
Ich bin etwas verwundert und frage mich, woher er das weiß.
„Softwarearchitekt“, verbessere ich ihn mit gereckter Brust.
„Jaja, alles für mich das Gleiche“, sagt er und tippt etwas in seinem Computer, „ich habe mich nur gefragt, ob Sie mir vielleicht bei etwas helfen können.“
Interessiert betrete ich das Zimmer und lasse mir von dem Pfleger sein Problem erklären. Scheinbar hatte er vor vielen Jahren einmal ein altes Spiel auf dem Computer installiert, was er nachts gerne heimlich spielte. Doch seit einer Woche funktionierte es plötzlich nicht mehr.
„Wie kann denn so etwas sein?“, fragt er, als sei ich schuld daran, „etwas funktioniert über Jahre und plötzlich geht es nicht mehr.“
Ich klicke eine Weile an dem Computer herum und finde heraus, dass es vor einer Woche ein Update des Windows Defenders gegeben hat. Dieser scheint das Spiel neuerdings als Virus zu erkennen.
Ich füge einen Ausschluss hinzu, sodass der Virenscanner das Spielverzeichnis nicht mehr überprüft. Dann mache ich einen Doppelklick auf das Symbol und eine verpixelte Musik plärrt aus den Boxen.
„Es funktioniert wieder“, sagt der Pfleger begeistert und dreht schnell den Sound herunter, „doch lieber etwas leiser, sonst merkt die Stationsleitung noch was.“
Ich verabschiede mich und fühle mich für zwanzig Sekunden wie ein Held. Doch schon als ich draußen Schwierigkeiten habe die Türe unseres C1 selbstständig zu öffnen, verfliegt diese Emotion.

In den folgenden Tagen überkommt mich auch zu Hause enorme Langeweile. Ich bin für mindestens vier Wochen krank geschrieben und muss geduldig auf der Couch warten bis mein Knochen wieder zusammen gewachsen ist. In den Nächten habe ich meistens Schmerzen, doch ist das nichts im Vergleich zu der drückenden Sinnlosigkeit.
Auf der Arbeit kann ich nur an Besprechungen teilnehmen. Tippen auf der Tastatur geht nicht, auch wenn ich verzweifelt versuche irgendwelche Techniken zu erlernen, die es mir dennoch ermöglichen (Quellcode kann man mit Spracheingabe einfach nicht schreiben).
Wenn ich heute – sechs Wochen später – an diese Zeit zurück denke, kann ich kaum fassen, wie schön es ist wieder Arbeiten zu können. Durch viel Krankengymnastik und schmerzhafte Übungen, kann ich mein Handgelenk inzwischen wieder viel besser bewegen.
Kurz nach dem Gips war es absolut steif. Vollkommen unbeweglich, was mich in große Unruhe trieb. Doch es ist alles wieder gut geworden. Und das obwohl Google mir viel zu oft gesagt hatte, es würde Monate, vermutlich Jahre dauern bis ich wieder in der Lage war eine Teetasse zu halten. Tja, manchmal waren echte Ärzte eben doch NetDoktor und Internetforen vorzuziehen.
Gestern war ich erneut beim Orthopäden und es wurde eine weitere radiologische Kontrolle durchgeführt. Ich bin sehr erleichtert meinen Arm wieder fast normal verwenden zu können.
Und weiß mit doppelter Zufriedenheit meinen Körper zu schätzen. Falls das hier jemand ließt und manchmal lachen musste, so will ich Dich auffordern jeden Tag zu schätzen zu wissen, an dem du gesund bist und keine Drainage hinter dir hertragen musst. Denn das ist trotz einer interessanten Erfahrung, echt totaler Mist gewesen!

*Alle Namen wurden geändert

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